Öffnet in einem neuen Tab

Judith Hopfhauer

Ich wurde 1999 in Bad Friedrichshall in Baden-Württemberg geboren. Schon als Kind hatte ich große Freude am Singen und Musizieren und sang bereits als Kleinkind im Kinderchor meines Dorfes. Mit 8 Jahren konnte ich in diesem Kinderchor meine erste Erfahrung mit Musiktheater sammeln, indem ich im Kindermusical „Joseph, ein echt cooler Träumer“ die Hauptrolle des Joseph übernehmen durfte. Teil der positiven Resonanz auf dieses Projekt war die Empfehlung meiner Chorleiterin, Gesangsunterricht zu nehmen, um mein vorhandenes Potenzial weiter auszubauen. Mit 14 Jahren begann ich daraufhin, Gesangsunterricht bei einer klassisch ausgebildeten Sängerin zu nehmen. Es folgten zahlreiche Konzerte im Rahmen der Musikschule sowie an meiner Schule und mit zunehmender Zeit auch Teilnahmen am Wettbewerb Jugend musiziert, bei dem ich 2016 und 2017 jeweils einen zweiten Bundespreis erzielen konnte. Prägend waren zudem mehrere Musiktheaterprojekte der Musikschule, darunter das Musical „Der kleine Horrorladen“ (Soulgirl Chiffon), die Operette „Das Feuerwerk“ von Paul Burkhard (Anna) sowie Mozarts „Die Zauberflöte“, in der ich die Erste Dame sang. Erste Erfahrungen im professionellen Musiktheaterbetrieb sammelte ich bei den Burgfestspielen Jagsthausen, wo ich im Chor sowohl sängerisch als auch tänzerisch an Musicalproduktionen wie „Hair“, „Catch Me If You Can“, „Wie im Himmel“ und „Anatevka“ beteiligt war.

Nach dem Abitur zog es mich zunächst ins Ausland, wo ich in Musikprojekten in Accra, Ghana, Musik unterrichtete, einen Chor leitete und große Freude am musikalischen Austausch hatte. Diese positive Erfahrung mit dem Unterrichten bewog mich dazu, zunächst von einem Gesangsstudium abzusehen und mich stattdessen für ein Schulmusikstudium zu bewerben. Von 2018 bis 2024 studierte ich Schulmusik an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig sowie Biologie als Zweitfach an der Universität Leipzig. In dieser Zeit genoss ich es sehr, mich in verschiedenen Instrumenten und Stilrichtungen auszuprobieren. Zu den Highlights zählten für mich das Sopransolo in Mozarts Requiem, die Entwicklung eines selbstgeschriebenen Musicals sowie die Verkörperung einer Rolle darin und ein Erasmus-Auslandsaufenthalt in Turin, Italien, bei dem ich bereits Einblicke in ein Gesangsstudium gewinnen konnte. Darüber hinaus knüpfte ich während meiner Zeit in Leipzig zahlreiche Kontakte, aus denen gemeinsam mit einem befreundeten Chorleiter die Gründung des Chorensembles Lili Boulanger e. V. hervorging. Seit dem Frühjahr 2024 planen und realisieren wir mindestens zwei Chorprojekte pro Jahr, darunter auch Werke der namensgebenden Komponistin. Zuletzt erarbeiteten wir ein Programm mit dem Titel „Widerhall – Klänge der Teilung“, das Werke von Hanns Eisler, Ruth Zechlin und Gerd Domhardt umfasste und bei den Konzerten durch eine Videoinstallation ergänzt wurde, die den musikalischen Inhalten eine besondere atmosphärische Ebene verlieh.

Als ich im Laufe verschiedener Praktika zunehmend merkte, dass ich zumindest unmittelbar nach dem Studium nicht in den Schuldienst einsteigen wollte und mir meine sängerische Entwicklung während des Schulmusikstudiums aufgrund der Vielzahl anderer Verpflichtungen nicht ausreichend erschien, entschloss ich mich, mich für ein Gesangsstudium zu bewerben. Da ich bereits mehrere Jahre in Leipzig gelebt hatte und die Hochschule gut kannte, war für mich der Zeitpunkt gekommen, einen Hochschulwechsel vorzunehmen. Aufgrund meiner jetzigen Gesangslehrerin Anne Schwanewilms fiel die Wahl auf Weimar. Ich bin sehr glücklich, hier seit April 2024 ein Umfeld gefunden zu haben, in dem ich weiterlernen und mich sowie meine Stimme intensiv kennenlernen kann. Aktuell bereite ich mit großer Freude die Rolle der Despina für das laufende Musiktheaterprojekt des Instituts für Gesang und Musiktheater vor, das im Februar zur Aufführung kommt.

Trotz meiner großen Leidenschaft für die klassische Musik schlägt mein Herz nach wie vor auch für andere Genres wie Musical, Chanson und teilweise Popmusik. Ich weiß, dass diese Stilrichtungen stets ein Teil meiner künstlerischen Persönlichkeit sein werden. Im vergangenen September konnte ich dieser Leidenschaft in einem szenischen Bühnenprogramm mit Tonfilmschlagern aus den 1920er-Jahren gemeinsam mit zwei weiteren Musikern in Leipzig nachgehen. Das Programm „Kann denn Liebe Sünde sein?“, das von meinem Kollegen konzipiert wurde, verbindet Tonfilmschlager durch eine erzählerische Rahmenhandlung zwischen den drei Figuren Lene, Emil und Heinrich. Aufgrund der durchweg positiven Resonanz sind für das Jahr 2026 weitere Aufführungen geplant.

Seit 2026 bin ich Stipendiatin bei Live Music Now weimar.